Lebenslauf von Franz Stock (1904-1948)

21. September 1904: Geburt in Neheim.

1910 – 1913: Besuch der katholischen Volksschule. Schon als Zwölfjähriger äußert Franz Stock den Wunsch, Priester zu werden.

1917 – 1926: Gymnasium und Abitur.

1926 – 1932: Studium der katholischen Theologie an der Philosophisch-Theologischen Akademie in Paderborn.

Schon 1926 nimmt Franz Stock an dem internationalen Friedenstreffen in Bierville, in der Nähe von Paris, teil, das unter dem Motto stand : “Frieden durch die Jugend!”.

1928 studiert Franz Stock am Institut Catholique und gilt als erster deutscher Theologiestudent in Frankreich seit dem Mittelalter. Er wird Gefährte des Heiligen Franziskus und wird in der Folgezeit an mehreren deutsch-französischen Wallfahrten und Friedenstreffen teilnehmen.

Am 12. März 1932  wird Franz Stock in seiner Heimatdiözese zum Priester geweiht. Auf seinem Primizzettel stehen die Worte aus dem 1. Petrusbrief: “Weihet Eure Seele durch Gehorsam gegen die Wahrheit zu aufrichtiger Bruderliebe und habet einander von Herzen lieb. Ihr seid ja wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern unvergänglichem Samen, durch Gottes Wort, das lebt und ewig ist.”

Nach einer ersten Seelsorgtätigkeit wird Franz Stock 1934 zum Rektor der deutschen Gemeinde in Paris ernannt. Er wohnt in der Rue Lhomond, ganz in der Nähe des Studentenviertels Quartier Latin.

Kurz vor dem  1. September 1939 und dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wird Franz Stock übereilt nach Deutschland zurückberufen.

Nach Besetzung der französischen Hauptstadt wird Franz Stock am 13. August 1940 erneut zum Seelsorger der deutschen Gemeinde in Paris ernannt.

Anfang des Jahres 1941 beginnt Franz Stock seine Aufgabe als Seelsorger in den Pariser Gefängnissen Fresnes, La Santé und Cherche-Midi, wo ihm die Betreuung und Vorbereitung der zum Tode verurteilten französischen Widerstandskämpfer obliegt.

Als 1944 die amerikanischen Behörden die Leitung des Krankenhauses La Pitié übernehmen, in dem  sich Abbé Franz Stock um hunderte von verwundeten, nicht mehr transportfähigen deutschen Soldaten kümmerte, wird Abbé Franz Stock als amerikanischer Kriegsgefangener  in das Gefangenenlager von Cherbourg überführt und dort interniert.

Als die französischen Behörden beschliessen,  die kriegsgefangenen deutschen Theologen in einem Seminar zusammenzulegen, um den neuen Klerus für das Deutschland der Nachkriegszeit auszubilden,  wird Franz Stock die Aufgabe angetragen, die Leitung dieses katholischen Priesterseminars als Regens zu übernehmen.

Im August 1945 wird dieses Priesterseminar im Gefangenenlager in Le Coudray, bei Chartres, eröffnet.

Der spätere Papst Johannes XXIII., Nuntius Roncalli, wird dieses Seminar hinter Stacheldraht mehrere Male besuchen.

Im Juni 1947 erfolgt die Auflösung des Stacheldrahtseminars, in dem über 900 Theologen ausgebildet worden waren.

Abbé Franz Stock  wird am 16. Dezember 1947  zum Ehrendoktor der Universität Freiburg im Breisgau ernannt.

Am 24. Februar 1948 stirbt Franz Stock, kaum 44 Jahre alt, ganz plötzlich und unerwartet im Krankenhaus Cochin in Paris.

Am 28. Februar 1948, nach der Requiemsmesse in der Kirche Saint Jaques du Haut-Pas in Paris, und seiner Einsegnung durch Nuntius Roncalli, wird Franz Stock auf dem Pariser Friedhof Thiais beigesetzt.

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